Was ist Bluthochdruck (Hypertonie)?
Der Blutdruck in den Gefäßen ist Schwankungen unterworfen, die i. d. R. unproblematisch und ganz natürlich sind. In Ruhephasen ist er niedriger als z. B. während der Ausübung sportlicher Aktivitäten, bei denen er für gewöhnlich ansteigt. Von einer Erkrankung, dem sog. Bluthochdruck (auch Hypertonie genannt), gehen Mediziner jedoch dann aus, wenn der Blutdruck dauerhaft erhöht ist. Dies ist laut Angaben der World Health Organization (WHO) dann der Fall, wenn er ständig höher als 140 mmHg (systolischer Wert) und 90 mmHg (diastolischer Wert) ist.
Was ist Diastole, was ist Systole?
Als Diastole wird die Füllungs- bzw. Entspannungsphase des Herzens bezeichnet. Bei der Bestimmung des Blutdrucks gibt der diastolische Wert entsprechend den niedrigsten Druck zum Zeitpunkt der Entspannung an. Als Systole wird die Auswurf- bzw. Anspannungsphase des Herzens bezeichnet, sodass der systolische Wert den höchsten Druck bezeichnet, der im Gefäßsystem beim Zusammenziehen des Herzmuskels erreicht wird. Diastolischer und systolischer Wert werden in Millimetern Quecksilbersäule (mmHg) angegeben, wobei 1mmHg demjenigen Druck entspricht, der von einer 1 mm hohen Quecksilbersäule produziert wird (1mmHg = 0,00133 bar, 1 bar = 750 mmHg).
Druckerhöhung im Gefäßsystem
Eine Druckerhöhung (Hypertension) kann in unterschiedlichen Bereichen des menschlichen Blutgefäßsystems auftreten: Von arterieller Hypertonie (Bluthochdruck) spricht man, wenn der Körperkreislauf, von pulmonaler Hypertonie (Lungenhochdruck), wenn der Lungenkreislauf betroffen ist. Mit portaler Hypertonie wird hingegen eine Erhöhung des Blutdrucks in Leber und Pfortader bezeichnet.
Die Organe werden über das Blut mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Ermöglicht wird dies durch das Herz, das mit jedem Schlag Blut in die Arterien befördert. Die Gefäße, die das Blut wieder zum Herz transportieren, sind die Venen. Der Gefäßdruck von Venen und Arterien ist unterschiedlich. I. d. R. ist er in den Arterien höher als in den Venen. Erzeugt wird dieser Druck u. a. durch die Herzaktivität: Zieht sich das Herz zusammen, steigt der Druck in den Arterien; entspannt sich der Herzmuskel wieder, fällt der Druck in den Arterien ab.
Wer ist von Bluthochdruck betroffen?
Vor allem in den Industrieländern gehört Bluthochdruck neben beispielsweise Diabetes und Adipositas zu den Volkskrankheiten: Seit den 1980er-Jahren lässt sich ein vermehrtes Auftreten von arterieller Hypertonie feststellen. Die Deutsche Hochdruckliga e. V. (früher: Deutsche Hypertonie Gesellschaft) geht davon aus, dass ca. ein Viertel aller Bundesbürger betroffen ist. Vor allem ältere Personen leiden demnach unter Bluthochdruck: In der Gruppe der über 60-Jährigen soll jeder Zweite betroffen sein. Ein Problem stellt der Umstand dar, dass Bluthochdruck oft unerkannt bleibt.
msf
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