Bluthochdruck behandeln
Ob die Behandlung des Bluthochdrucks beim Patienten von Erfolg ist, hängt maßgeblich davon ab, ob er bereit ist, seine Lebensweise entsprechend an die Gegebenheiten der Erkrankung anzupassen. So können beispielsweise übergewichtige Patienten durch eine Reduktion ihres Körpergewichts viel für ihre Blutdruckwerte tun: Ein Ernährungsplan, der auf fettreduzierte Kost setzt, wird insbesondere den Verzehr vom ungesättigten Fettsäuren (z. B. in Pflanzenölen und Fisch) vorsehen und auf gesättigte Fettsäuren (z. B. in Butter oder Fleisch) verzichten. Natürlich sollten auch Obst und Gemüse in ausreichender Menge verzehrt werden. Doch auch eine eingeschränkte Kochsalzaufnahme – der tägliche Salzkonsum sollte sich unter 5 g halten – kann einen positiven Einfluss auf den Blutdruck haben.
Lebensstiländerung bei hochnormalem Blutdruck
Auch Betroffene, die an einem sog. hochnormalen Blutdruck leiden (systolischer Blutdruckwert: 130–139 mmHg, diastolischer Blutdruckwert: 85–89 mmHg), können einem weiteren Blutdruckanstieg entgegenwirken, wenn sie frühzeitig eine Änderung ihres Lebensstils umsetzten. Bei einigen dieser Patienten ist die Einstellung des Blutdrucks auf ein gesundes Maß auch ohne den Einsatz von Arzneistoffen möglich. Bei adipösen Patienten führt eine Reduzierung des Übergewichts häufig schon zu einer Verbesserung der Blutdrucksituation.Seltener ist dagegen Krafttraining, etwa mit dem Thera-Band, da es hierbei aufgrund der Pressatmung zu einem Anstieg des Blutdrucks kommen kann.”
Ergänzende Therapiemaßnahmen
Als Therapie-ergänzende Maßnahme sollten sich Patienten, die an Bluthochdruck leiden, sportlich betätigen. Dabei sollte die Sportart an die individuelle Leistungsfähigkeit des Patienten angepasst sein. Während junge Menschen beispielsweise von einem ggf. für sie anstrengenden Kardiotraining profitieren können, eignet sich für ältere Betroffene u. a. Nordic Walking, einfaches Spazierengehen u. ä. Sinnvoll können auch Maßnahmen zur Stressbewältigung im Alltag sein. Viele Patienten erleben Übungen wie Autogenes Training, Muskelentspannung und Yoga als positiv.
Die medikamentöse Therapie
Bluthochdruck kann auch auf medikamentösem Weg therapiert werden. Allerdings sollte diese Behandlungsvariante erst in Erwägung gezogen werden, wenn auch nach einer Lebensstiländerung die gewünschten positiven Effekte ausbleiben bzw. wenn ein extrem erhöhter Blutdruck festgestellt wurde. Eine blutdrucksenkende Wirkung haben sog. Antihypertensiva wie z. B. ACE-Hemmer (ACE = Angiotensin Converting Enzyme), Angiotensin-1-Antagonisten, Beta-Blocker, Kalzium-Antagonisten und Thiaziddiuretika. Die genannten Arzneistoffe wirken auf unterschiedliche Weise. So verringern beispielsweise Kalziumantagonisten aufgrund einer gefäßerweiternden Wirkung den Druck in den Blutgefäßen, während Angiotensin-1-Antagonisten das sog. Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) beeinflussen, das u. a. regulierend auf den Blutdruck einwirkt.
Neben den o. g. Behandlungsansätzen werden sowohl in Europa als auch in Amerika Schrittmacher gegen Bluthochdruck erprobt. Durch eine Nervenstimulation bewirken diese Schrittmacher, dass es zu einer Gefäßerweiterung und damit letztlich zu einer Senkung des Blutdrucks kommt. Bis dieses Verfahren allerdings zum Einsatz kommt, ist weitere Forschungsarbeit nötig.
msf
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